Das Wichtigste in Kürze
- Erst aufschreiben, was wichtig ist Machen Sie vor der Suche eine eigene Liste aus Sicht Ihrer Mutter oder Ihres Vaters. Nähe zur Familie, eigenes Zimmer, eigene Möbel, ein vertrauter Tagesablauf.
- Freie Plätze zeigt der Heimfinder NRW Dort sehen Sie, welche Heime in Ihrer Nähe gerade einen freien Platz melden. Rufen Sie trotzdem an, denn Plätze sind oft schnell wieder vergeben.
- Besuchen Sie jedes Heim, am besten gemeinsam Achten Sie auf die Stimmung, auf Sauberkeit, auf Beschäftigung und darauf, ob das Personal Zeit hat. Bietet das Heim ein Probewohnen an, nutzen Sie es.
- Die Warteliste kostet nichts Ist kein Platz frei, lassen Sie sich auf die Warteliste setzen. Für die Zeit vor dem Einzug darf das Heim keine Gebühr verlangen.
Bevor Sie suchen: Was vorher klar sein sollte
Der Umzug ins Pflegeheim ist für die ganze Familie ein schwerer Schritt. Oft kommt er nach einem Sturz oder nach dem Krankenhaus. Dann muss es schnell gehen.
Wer vorher weiß, was wichtig ist, sucht ruhiger. Und er merkt beim Besuch schneller, ob ein Heim passt.
Pflegeheim oder noch zu Hause?
Manchmal reicht noch Hilfe zu Hause. Ein Pflegedienst am Morgen, eine Tagespflege, eine Alltagshilfe für den Haushalt.
Ein Heim passt, wenn Ihre Mutter oder Ihr Vater Tag und Nacht Hilfe braucht. Und wenn die Familie das nicht mehr leisten kann.
Diese Frage klärt die Pflegeberatung mit Ihnen, kostenlos und auf Wunsch bei Ihnen zu Hause. Der Pflegewegweiser NRW nennt Ihnen die Stelle in Ihrer Nähe.
Ihre eigene Checkliste
Schreiben Sie auf, was Ihrer Mutter oder Ihrem Vater wichtig ist, nicht nur Ihnen. Wie weit darf das Heim von der Familie entfernt sein? Braucht sie ein Einzelzimmer? Möchte sie eigene Möbel mitnehmen?
Schreiben Sie dazu, wobei sie Hilfe braucht. Beim Gehen, beim Essen, beim Waschen, in der Nacht? Hat sie eine Demenz? Nicht jedes Heim hat dafür einen eigenen Wohnbereich.
Diese Liste nehmen Sie später zu jedem Besuch mit. So vergleichen Sie die Heime nach denselben Punkten.
Pflegegrad und Kosten
Ab Pflegegrad 2 zahlt die Pflegekasse einen festen Betrag für die Pflege im Heim. Den Rest trägt Ihre Mutter oder Ihr Vater selbst.
Ist noch kein Pflegegrad da, stellen Sie den Antrag bei der Pflegekasse sofort. Ein Anruf genügt. Suchen können Sie parallel.
Fragen Sie jedes Heim, was ein Platz im Monat kostet und was davon bei Ihnen bleibt. Lassen Sie sich das schriftlich geben.
Wer mitentscheidet
Ihre Mutter oder Ihr Vater sollte mitentscheiden, so weit es geht. Der Umzug fällt oft leichter, wenn man das Heim selbst mit ausgesucht hat.
Klären Sie auch, wer den Heimvertrag unterschreibt. Wenn Sie für Ihre Eltern handeln, brauchen Sie meist eine Vollmacht.
Arztbriefe und Befunde braucht das Heim erst, wenn es um einen festen Platz geht. Fragen Sie vor der Weitergabe, wer sie liest.
Wo Sie freie Plätze finden
Jeder Weg zeigt einen Teil. Zusammen ergeben sie ein gutes Bild.
| Wo | Was Sie dort finden | Was Sie selbst fragen |
|---|---|---|
| Heimfinder NRW | Heime in Ihrer Nähe und ob sie gerade einen freien Platz melden | Ob der Platz noch frei ist und zur Pflege passt |
| Suchen der Pflegekassen | Adressen, Angebote und Ergebnisse der Qualitätsprüfung | Wie der Alltag im Heim aussieht |
| Pflegeberatung | Heime in Ihrer Gegend, Hilfe beim Antrag | Wo bald ein Platz frei wird |
| Sozialdienst im Krankenhaus | Hilfe, wenn es nach der Klinik schnell gehen muss | Ob eine Kurzzeitpflege die Zeit überbrücken kann |
| Webseite des Heims | Speiseplan, Veranstaltungen, Fotos der Zimmer | Was ein Platz im Monat kostet, schriftlich |
| Besuch vor Ort | Stimmung, Sauberkeit, Zeit des Personals | Ob ein Probewohnen möglich ist |
Checkliste für den Besuch im Pflegeheim
Nehmen Sie diese Liste zu jedem Besuch mit. Machen Sie nach jedem Heim gleich ein paar Notizen.
Erster Eindruck
Riecht es angenehm? Wirkt das Haus sauber und gepflegt?
Umgang mit den Bewohnern
Sprechen die Pflegekräfte freundlich und in Ruhe mit ihnen? Nennen sie die Menschen beim Namen?
Zeit des Personals
Wirkt das Personal gehetzt? Hat jemand Zeit für eine Frage im Flur?
Die Bewohner selbst
Wirken sie gepflegt? Fühlen sie sich wohl? Wenn es passt, fragen Sie einfach nach.
Tagesablauf
Können die Bewohner mitbestimmen, wann sie aufstehen, essen und schlafen gehen?
Beschäftigung
Gibt es Singen, Basteln, Bewegung oder Ausflüge? Hängt ein Wochenplan aus?
Essen
Wie sieht der Speiseplan aus? Essen Sie einmal mit, wenn es geht. Melden Sie das vorher an.
Zimmer
Einzelzimmer oder Doppelzimmer? Dürfen eigene Möbel und Bilder mit?
Räume und Garten
Gibt es einen Aufenthaltsraum, einen Garten und einen ruhigen Platz für Besuch?
Therapie im Haus
Kommen Krankengymnastik, Logopädie und der Hausarzt ins Heim?
Angehörige
Werden Sie in Entscheidungen einbezogen? Wer ist Ihr fester Ansprechpartner?
Anfahrt
Wie gut erreichen Sie und die Familie das Heim mit Bus, Bahn oder Auto?
Kosten
Was kostet der Platz im Monat, und was bleibt bei Ihnen? Bitte schriftlich.
Drucken Sie die Liste für jedes Heim einmal aus. So vergleichen Sie danach leichter.
So kommen Sie zu einem Heim mit freiem Platz
Freie Plätze ändern sich fast täglich. Ein Platz, der heute frei ist, kann morgen vergeben sein.
Suchen Sie deshalb auf mehreren Wegen zugleich. Wenn es eilt, gehen Sie die ersten vier Schritte am selben Tag.
Schritt 1: Freie Plätze im Heimfinder NRW
Der Heimfinder NRW ist die Suchseite des Landes Nordrhein-Westfalen. Dort sehen Sie Pflegeheime in Ihrer Nähe und ob sie gerade einen freien Platz melden.
Suchen Sie nach dem Ort, an dem Ihre Mutter künftig wohnen soll. Das muss nicht ihr jetziger Wohnort sein. Oft ist die Nähe zu den Kindern wichtiger.
Eine Meldung ist noch kein fester Platz. Rufen Sie das Heim an und fragen Sie, ob der Platz noch frei ist.
Schritt 2: Die Suchen der Pflegekassen und die Webseiten
Die AOK hat den Pflegenavigator, die Ersatzkassen haben den Pflegelotsen, die Betriebskrankenkassen den PflegeFinder. Dort finden Sie Heime mit Adresse und Angeboten.
Sie zeigen auch die Ergebnisse der Qualitätsprüfung. Die Qualität von Pflegeheimen wird seit 2020 nach vielen Punkten geprüft und veröffentlicht.
Lesen Sie die Ergebnisse, aber verlassen Sie sich nicht allein darauf. Schauen Sie auch auf die eigene Webseite des Heims: Speiseplan, Veranstaltungen, Fotos der Zimmer.
Schritt 3: Die Pflegeberatung fragen
Die Pflegeberatung kennt die Heime in Ihrer Gegend. Sie weiß oft, wo bald ein Platz frei wird.
Sie hilft auch beim Antrag auf einen Pflegegrad und bei der Frage, was die Pflegekasse zahlt.
Liegt Ihre Mutter im Krankenhaus, sprechen Sie zusätzlich mit dem Sozialdienst der Klinik. Am besten gleich in den ersten Tagen, nicht erst kurz vor der Entlassung.
Schritt 4: Mehrere Heime zugleich anrufen
Rufen Sie am selben Tag mehrere Heime an. Fragen Sie zuerst, ab wann ein Platz frei ist. Dann, ob das Heim die nötige Pflege leisten kann.
Vereinbaren Sie danach einen Termin zum Besuch. Fragen Sie, ob Sie dabei mit der Heimleitung sprechen und einmal mitessen können.
Schreiben Sie auf, wer wann zurückrufen will. Rufen Sie nach zwei Tagen nach, wenn nichts kommt.
Schritt 5: Warnsignale beim Besuch
Seien Sie vorsichtig, wenn ein Heim keinen Rundgang erlaubt. Oder wenn niemand Zeit für Ihre Fragen hat.
Vorsicht auch, wenn die Kosten nur mündlich genannt werden. Oder wenn man Sie drängt, sofort zu unterschreiben.
Ein gutes Heim lässt Ihnen Zeit. Es gibt Ihnen den Vertrag vorher zum Lesen mit nach Hause.
Nach dem Besuch: Warteliste, Probewohnen und Einzug
Nach zwei oder drei Besuchen spüren Sie meist, welches Heim passt. Sprechen Sie danach in Ruhe mit Ihrer Mutter oder Ihrem Vater darüber.
Oft ist das Wunschheim gerade voll. Dann helfen Warteliste und eine gute Übergangslösung.
Probewohnen
Manche Heime bieten ein Probewohnen für eine begrenzte Zeit an. Dann erleben Sie den Alltag im Heim, bevor Sie sich festlegen.
Nicht jedes Heim bietet das an. Fragen Sie beim Besuch danach.
Die Warteliste
Ist im Wunschheim kein Platz frei, lassen Sie sich auf die Warteliste setzen. Meist genügt ein Anruf.
Für die Zeit vor dem Einzug darf das Heim keine Gebühr verlangen. Verlangt ein Heim Geld für die Warteliste oder eine Reservierung, müssen Sie nicht zahlen.
Lassen Sie sich ruhig bei mehreren Heimen vormerken. Fragen Sie alle zwei Wochen nach, wie es aussieht.
Die Zeit bis zum Wunschheim überbrücken
Eine Brücke ist die Kurzzeitpflege. Das ist ein Platz im Heim für einige Wochen, zum Beispiel direkt nach dem Krankenhaus.
Ab Pflegegrad 2 zahlt die Pflegekasse dafür aus einem Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro. Diesen Betrag teilen sich Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege.
Eine andere Brücke ist ein zweites Heim, das sofort einen Platz hat. Ein späterer Wechsel ins Wunschheim bleibt möglich.
Vor dem Unterschreiben
Lesen Sie den Heimvertrag in Ruhe. Legen Sie ihn neben Ihre Notizen vom Besuch.
Steht alles darin, was man Ihnen zugesagt hat? Einzelzimmer, eigene Möbel, der Tag des Einzugs? Lassen Sie mündliche Zusagen in den Vertrag schreiben.
Bei Fragen zum Vertrag hilft die Verbraucherzentrale.
Die ersten Wochen im Heim
Die ersten Wochen sind für alle schwer. Besuchen Sie Ihre Mutter oder Ihren Vater am Anfang oft.
Sprechen Sie früh mit der Pflege, wenn etwas nicht passt. Kleine Dinge lassen sich am Anfang leicht ändern.
Hält das Heim nicht, was es versprochen hat, ist ein Wechsel in ein anderes Heim möglich.
Sie suchen Hilfe in Ihrer Nähe? Stellen Sie eine kostenlose Anfrage.
Woran Sie ein Pflegeheim überprüfen
Fünf Punkte, die Sie vor der Zusage klären können.
| Was prüfen | Wo zu sehen | Warnsignal |
|---|---|---|
| Ergebnisse der Qualitätsprüfung | In den Suchen der Pflegekassen nachlesen und beim Besuch ansprechen. | Das Heim weicht aus, wenn Sie nach den Ergebnissen fragen. |
| Freier Platz | Beim Heim anrufen, nicht nur online nachsehen. | Man sagt Ihnen einen Platz zu, nennt aber keinen Tag für den Einzug. |
| Kosten im Monat | Vor dem Vertrag schriftlich vom Heim geben lassen. | Die Kosten werden nur mündlich genannt. |
| Warteliste | Beim Heim fragen, wie die Liste geführt wird. | Das Heim verlangt Geld für die Warteliste oder für eine Reservierung. |
| Besuch | Einen Termin mit Rundgang vereinbaren, am besten zur Mittagszeit. | Ein Rundgang ist nicht möglich oder führt nur durch leere Räume. |
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Zum Nachlesen
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- § 42 SGB XI Kurzzeitpflege – das Gesetz im Wortlaut
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- Bundesgesundheitsministerium Leistungsbeträge 2026 – die Übersicht des Ministeriums zum Herunterladen
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- SGB XI § 7a Pflegeberatung – das Gesetz im Wortlaut
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Über diesen Ratgeber
Wolf-Daniel González García · Gründer von PflegeAuswahl
Wolf-Daniel González García hat PflegeAuswahl gegründet, um Angehörigen den Weg zu passender Pflege zu erleichtern. Vor der Gründung leistete er ein Jahr Zivildienst bei der Evangelischen Altenhilfe in Wuppertal-Wichlinghausen. Er liest nach, was Gesetz, Pflegekassen und Ministerien zu Pflegeleistungen und Finanzierung sagen, und macht es verständlich.
„Ich bin ein Jahr lang zu pflegebedürftigen Menschen nach Hause gefahren. Ich weiß, wie viel davon abhängt, dass überhaupt jemand regelmäßig kommt.“
Redaktionell geprüft von Wolf-Daniel González García (Gründer von PflegeAuswahl). Der Prüfumfang ist im Freigabenachweis dokumentiert. Autor und prüfende Person sind dieselbe Person. PflegeAuswahl ist eine Anfrage- und Vergleichsplattform, kein Pflegedienst und keine Rechtsberatung.
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Betreutes Wohnen: Miete und Service zahlen Sie selbst, die Pflege zahlt die Pflegekasse wie zu Hause. Was in den Vertrag gehört und was Sie beim Besuch fragen.
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Wo sehe ich freie Plätze im Pflegeheim?
In Nordrhein-Westfalen im Heimfinder NRW. Dort sehen Sie, welche Heime gerade einen freien Platz melden. Rufen Sie trotzdem an, denn Plätze sind oft schnell vergeben.
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Nein. Für die Zeit vor dem Einzug darf das Heim keine Gebühr verlangen. Das gilt auch für eine Reservierung.
Was ist ein Probewohnen?
Ihre Mutter oder Ihr Vater wohnt für eine begrenzte Zeit im Heim, bevor Sie sich festlegen. Nicht jedes Heim bietet das an. Fragen Sie beim Besuch danach.
Was tun, wenn kein Heim einen Platz frei hat?
Lassen Sie sich bei mehreren Heimen auf die Warteliste setzen. Überbrücken Sie die Zeit mit einer Kurzzeitpflege oder einem anderen Heim. Die Pflegeberatung hilft bei der Suche.
Wo finde ich, wie gut ein Pflegeheim ist?
In den Suchen der Pflegekassen, etwa dem Pflegenavigator der AOK oder dem Pflegelotsen der Ersatzkassen. Dort stehen die Ergebnisse der Qualitätsprüfung. Den eigenen Besuch ersetzen sie nicht.
Zahlt die Pflegekasse das Pflegeheim?
Ab Pflegegrad 2 zahlt sie einen festen Betrag für die Pflege im Heim. Den Rest trägt Ihre Mutter oder Ihr Vater selbst. Fragen Sie jedes Heim nach den Kosten im Monat, schriftlich.

