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Sturzprävention

Stürze im Alter vermeiden: Checkliste für jedes Zimmer

Stürze vermeiden im Alter: Checkliste für Flur, Bad, Küche, Schlafzimmer und Treppe. Dazu Bewegung, Medikamente und was die Pflegekasse für den Umbau zahlt.

Wolf-Daniel González García Wolf-Daniel González GarcíaVeröffentlicht 24. September 2026Aktualisiert 24. September 20268 Min. LesezeitGründer von PflegeAuswahl✓ Redaktionell geprüft

Nach einem Sturz ändert sich für viele Familien alles auf einmal. Deshalb haben wir aufgeschrieben, was Sie vorher in der Wohnung tun können.

Eine Pflegerin stützt eine ältere Frau, die sich mit beiden Händen an den Armlehnen aus ihrem Sessel hochdrückt

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Checkliste für jedes Zimmer

21 Punkte zum Abhaken, als Word-Datei zum Ausdrucken oder Mitnehmen. Ohne E-Mail, ohne Konto.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Stolperfallen gibt es in jedem Zimmer Teppichkanten, lose Kabel, Schwellen, glatte Böden und rutschige Badematten. Mit der Checkliste gehen Sie Zimmer für Zimmer durch.
  • Bewegung schützt Wer sich aus Angst vor einem Sturz weniger bewegt, stürzt meist eher. Bewegungstraining hilft, beweglich zu bleiben.
  • Medikamente prüfen lassen Manche Mittel, etwa bestimmte Beruhigungsmittel oder Mittel gegen hohen Blutdruck, können das Risiko erhöhen. Sprechen Sie mit der Ärztin. Setzen Sie nichts selbst ab.
  • Die Pflegekasse zahlt mit Mit Pflegegrad gibt es für einen Umbau in der Wohnung bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Für einen Hausnotruf zahlt die Pflegekasse dem Anbieter 27,00 Euro im Monat.

Wofür die Checkliste gedacht ist

Ein Sturz passiert schnell: eine Teppichkante, ein nasser Boden, ein dunkler Flur in der Nacht.

Die Checkliste hilft Ihnen, die Wohnung Ihrer Mutter oder Ihres Vaters mit anderen Augen zu sehen. Sie gehen Zimmer für Zimmer durch und haken ab, was schon passt. Was nicht passt, schreiben Sie auf.

Für wen sie gedacht ist

Für Töchter, Söhne und alle, die einem älteren Menschen helfen, sicher zu Hause zu wohnen.

Besonders wichtig ist sie, wenn Ihre Mutter oder Ihr Vater schon einmal gestürzt ist, unsicher geht oder einen Rollator nutzt.

Warum schon ein Sturz so viel verändert

Nach einem Sturz haben viele Menschen Angst, wieder zu fallen. Sie bewegen sich weniger und bleiben lieber sitzen.

Genau das macht einen neuen Sturz aber wahrscheinlicher. Deshalb geht es nicht nur um die Wohnung, sondern auch darum, in Bewegung zu bleiben.

Checkliste für jedes Zimmer

Gehen Sie Zimmer für Zimmer durch. Haken Sie ab, was passt. Was nicht passt, schreiben Sie daneben.

Flur: Stolperfallen weg

Keine losen Läufer, keine hochstehenden Teppichkanten. Schuhe und Taschen stehen nicht auf dem Weg.

Flur: Licht

Ein Lichtschalter direkt an der Tür. Nachts ein kleines Licht, das den Weg zeigt.

Flur: Kabel

Keine Kabel quer über dem Weg. Lose Kabel sind an der Wand befestigt.

Wohnzimmer: Wege frei

Genug Platz zwischen den Möbeln, auch mit Rollator. Keine kleinen Tische oder Hocker im Weg.

Wohnzimmer: Sessel

Ein fester Sessel mit Armlehnen, aus dem man gut aufstehen kann.

Wohnzimmer: Teppiche

Teppiche liegen auf einer rutschfesten Unterlage oder sind weggeräumt. Keine Kante steht hoch.

Küche: Griffhöhe

Was täglich gebraucht wird, steht zwischen Hüfte und Schulter. Niemand muss auf einen Stuhl steigen.

Küche: Boden

Verschüttetes wird gleich aufgewischt. Der Boden ist nicht glatt gewachst oder poliert.

Bad: Matten

Keine rutschige Badematte vor Wanne oder Waschbecken. In Wanne und Dusche liegt eine rutschfeste Einlage.

Bad: Haltegriffe

Feste Griffe an Toilette, Dusche oder Wanne. Handtuchhalter sind keine Haltegriffe.

Bad: Einstieg

Ist der Einstieg in Wanne oder Dusche hoch? Dann an einen Umbau denken, siehe weiter unten.

Bad: Licht in der Nacht

Ein Nachtlicht auf dem Weg vom Bett zur Toilette.

Schlafzimmer: Bett

Im Sitzen auf der Bettkante stehen beide Füße fest auf dem Boden.

Schlafzimmer: Licht am Bett

Eine Lampe oder ein Schalter, den man im Liegen erreicht.

Schlafzimmer: Telefon

Telefon oder Notrufknopf sind vom Bett aus erreichbar.

Treppe: Handlauf

Ein fester Handlauf, am besten auf beiden Seiten.

Treppe: Stufen

Die Stufenkanten sind gut zu sehen, etwa durch farbige Streifen. Auf den Stufen steht nichts.

Treppe: Licht

Das Licht lässt sich oben und unten einschalten.

Schuhe

Feste Hausschuhe mit geschlossener Ferse und rutschfester Sohle. Keine ausgetretenen Pantoffeln.

Medikamente

Eine Liste aller Medikamente liegt bereit, für das nächste Gespräch mit der Ärztin.

Hilfe rufen

Kann Ihre Mutter oder Ihr Vater nach einem Sturz Hilfe holen? Wenn nicht, an einen Hausnotruf denken.

Drucken Sie die Liste aus und nehmen Sie sie beim nächsten Besuch mit.

So gehen Sie die Checkliste durch

Dafür brauchen Sie nur die ausgedruckte Liste und einen Stift. Gehen Sie am besten gemeinsam mit Ihrer Mutter oder Ihrem Vater durch die Wohnung.

Es ist ihre Wohnung. Was sie selbst als Gefahr erkennen, ändern sie eher.

Gemeinsam statt über den Kopf hinweg

Viele ältere Menschen hängen an ihrem Teppich oder am alten Sessel. Das ist verständlich.

Erklären Sie, warum Sie etwas ändern möchten. Suchen Sie gemeinsam eine Lösung, etwa eine rutschfeste Unterlage statt den Teppich wegzuwerfen.

Auch abends nachsehen

Gehen Sie die Wege auch einmal im Dunkeln. Vom Bett zur Toilette, von der Haustür zum Lichtschalter.

Achten Sie darauf, wo sich Ihre Mutter oder Ihr Vater festhält. Oft ist das ein Möbelstück, das dafür nicht gemacht ist, etwa ein Stuhl oder eine Kommode.

Was sofort geht und was Zeit braucht

Vieles kostet wenig: Kabel befestigen, Läufer wegräumen, Nachtlichter kaufen, Dinge in Griffhöhe umräumen.

Haltegriffe, eine Dusche ohne hohen Einstieg oder ein zweiter Handlauf brauchen einen Handwerker. Dafür gibt es mit Pflegegrad Geld der Pflegekasse.

Was außer der Wohnung zählt: Bewegung, Medikamente, Schuhe

Eine sichere Wohnung ist wichtig. Genauso wichtig ist, wie sicher Ihre Mutter oder Ihr Vater selbst auf den Beinen ist.

In Bewegung bleiben

Wer sich aus Angst vor einem Sturz weniger bewegt, erhöht das Risiko meist. Die Muskeln werden schwächer, das Gehen unsicherer.

Bewegungstraining hilft, beweglich zu bleiben. Fragen Sie die Hausärztin oder den Hausarzt, welche Übungen passen.

Medikamente mit der Ärztin besprechen

Manche Medikamente können das Sturzrisiko erhöhen. Dazu gehören bestimmte Beruhigungsmittel und Mittel gegen hohen Blutdruck.

Nehmen Sie die Liste aller Medikamente mit zur Ärztin oder zum Arzt. Fragen Sie, ob eines davon das Risiko erhöhen kann.

Setzen Sie kein Medikament selbst ab. Das bespricht immer die Ärztin oder der Arzt.

Die richtigen Schuhe

Auch schlecht sitzende Schuhe können zu Stürzen führen. Ausgetretene Pantoffeln rutschen leicht vom Fuß.

Gut sind feste Hausschuhe, die hinten geschlossen sind und eine rutschfeste Sohle haben.

Was die Pflegekasse für Umbau und Hausnotruf zahlt

Mit Pflegegrad hilft die Pflegekasse bei zwei Dingen: beim Umbau der Wohnung und bei einem Hausnotruf. Ein Hausnotruf verbindet per Knopfdruck mit einer Zentrale, die rund um die Uhr besetzt ist.

WofürWas die Pflegekasse zahltGut zu wissenQuelle
Umbau in der Wohnung, der die Pflege erleichtert oder mehr Selbstständigkeit gibtbis zu 4.180 Euro je MaßnahmeVorher bei der Pflegekasse fragen und ein Angebot beilegen. Die Pflegeberatung hilft beim Antrag.BMG: Leistungsbeträge 2026
Hausnotruf mit Gerät in der Wohnung und Sender am Körper27,00 Euro im Monat an den Anbieter, ohne MehrwertsteuerDamit ist ein Hausnotruf ohne Mehrkosten möglich. Zusatzleistungen und den Telefonanschluss zahlen Sie selbst.GKV-Spitzenverband: Hausnotruf-Vertrag
Amtliche Höchstwerte 2026. Im Einzelfall entscheidet Ihre Pflegekasse.

Zahlen: Pflegeversicherung 2026. Alle Beträge 2026

Was die Checkliste nicht leisten kann

Die Checkliste ersetzt keine Beratung und keine ärztliche Untersuchung. Sie gibt Ihnen eine erste Orientierung, wo in der Wohnung Gefahren liegen.

Wenn Ihre Mutter öfter stürzt

Stürzt Ihre Mutter oder Ihr Vater öfter oder ohne erkennbaren Grund? Dann gehört das zur Hausärztin oder zum Hausarzt.

Die Ursache kann auch im Körper liegen oder bei den Medikamenten. Das klärt nur die Ärztin.

Wenn eine sichere Wohnung nicht reicht

Manchmal braucht jemand beim Waschen, Anziehen oder Aufstehen Hilfe, auch in der sichersten Wohnung. Dann kann ein Pflegedienst helfen, der zu festen Zeiten kommt.

Die Pflegeberatung schaut mit Ihnen, welche Hilfe passt. Sie ist kostenlos und kommt auf Wunsch nach Hause.

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Wolf-Daniel González García

Über diesen Ratgeber

Wolf-Daniel González García · Gründer von PflegeAuswahl

Wolf-Daniel González García hat PflegeAuswahl gegründet, um Angehörigen den Weg zu passender Pflege zu erleichtern. Vor der Gründung leistete er ein Jahr Zivildienst bei der Evangelischen Altenhilfe in Wuppertal-Wichlinghausen. Er liest nach, was Gesetz, Pflegekassen und Ministerien zu Pflegeleistungen und Finanzierung sagen, und macht es verständlich.

„Ich habe meinen Zivildienst bei der Evangelischen Altenhilfe in Wuppertal-Wichlinghausen gemacht: ein Jahr lang Hausbesuche bei pflegebedürftigen Menschen, Essen ausliefern, Wohnungen aufräumen, Einkäufe für sie und mit ihnen, alles, was anfiel. Oft waren wir das einzige Gesicht, das sie am Tag gesehen haben. Man bekommt tagtäglich alles mit, auch wenn es bergab geht und Menschen sterben. Das hat mich nicht losgelassen.“

Redaktionell geprüft von Wolf-Daniel González García (Gründer von PflegeAuswahl). Der Prüfumfang ist im Freigabenachweis dokumentiert. Autor und prüfende Person sind dieselbe Person. PflegeAuswahl ist eine Anfrage- und Vergleichsplattform, kein Pflegedienst und keine Rechtsberatung.

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Häufige Fragen

Wie kann ich Stürze bei meiner Mutter vermeiden?

Gehen Sie die Wohnung mit der Checkliste durch und räumen Sie Stolperfallen weg. Achten Sie auf gutes Licht und feste Schuhe. Und sorgen Sie dafür, dass sie in Bewegung bleibt.

Welche Medikamente erhöhen das Sturzrisiko?

Manche Medikamente können das Risiko erhöhen, etwa bestimmte Beruhigungsmittel und Mittel gegen hohen Blutdruck. Welche das bei Ihrer Mutter sind, weiß die Ärztin. Setzen Sie nichts selbst ab.

Zahlt die Pflegekasse Haltegriffe oder eine neue Dusche?

Mit Pflegegrad gibt es für einen Umbau bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Ob Ihr Umbau dazu zählt, klären Sie vorher mit der Pflegekasse. Fragen Sie, bevor Sie einen Handwerker beauftragen.

Was kostet ein Hausnotruf mit Pflegegrad?

Die Pflegekasse zahlt dem Anbieter 27,00 Euro im Monat, ohne Mehrwertsteuer. Ein Hausnotruf ist damit ohne Mehrkosten möglich. Zusatzleistungen und den Telefonanschluss zahlen Sie selbst.

Sollte sich meine Mutter nach einem Sturz lieber schonen?

Meist nicht. Wer sich aus Angst weniger bewegt, stürzt eher wieder. Bewegungstraining hilft, beweglich zu bleiben. Was passt, bespricht sie mit der Ärztin.

Muss ich die ganze Wohnung umbauen?

Nein. Vieles kostet wenig: Läufer weg, Kabel an die Wand, Nachtlicht in den Flur. Größere Umbauten lohnen sich dort, wo es wirklich gefährlich ist, etwa im Bad oder an der Treppe.

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